Wer seine Kunden kennt, ist klar im Vorteil.

Haben Sie brav all Ihre Fernsehgeräte, Radios und Autoradios angemeldet, so wie es sich gehört? Bestimmt! Doch mit der GEZ hat wahrscheinlich jeder schon so seine Erfahrungen gemacht. Ich selbst bekam vor einigen Monaten einen Brief, in dem mir die GEZ vorwarf, mich in meiner Studienstadt Siegen damals nicht ordnungsgemäß abgemeldet zu haben. Man habe mich über Jahre postalisch nicht erreichen können. Inzwischen belaufe sich die offene Nachzahlung auf 850 € … Nach genau zwei Briefen meines Anwalts gab sich die GEZ geschlagen. Trotzdem – überflüssiger Ärger und Aufwand. Aber noch schlimmer ist es, wenn plötzlich Briefe ins Haus flattern, die das frühere Haustier oder sogar das verstorbene Kind auffordern, endlich das Fernsehgerät anzumelden und pflichtgemäß dafür zu zahlen. Keine seltenen Fälle, wie der Spiegel jetzt berichtete. Die Irrläufer gehen auf falsche, "geklaute" Adressen zurück.

Es soll ja auch Unternehmen geben, die über ein verlässliches Customer-Relationship-Management (CRM) verfügen und ihre Kundenadressen zunächst auf Richtigkeit prüfen. Also, liebe GEZ, vielleicht einfach mal einen Teil unserer Gebühren dahingehend investieren. Das erspart den Empfängern falsch adressierter Zahlungsaufforderungen persönliche Kränkung und Wut. Und wer bei seinen Kunden naturgemäß ohnehin nicht besonders beliebt ist, sollte es sich durch solche vermeidbaren Fehltritte nicht noch mehr verscherzen.

Auch wenn die Verbindung zwischen der GEZ und ihren "Kunden" auf einer reinen Zahlungsverpflichtung basiert und nicht auf einer freiwilligen, erfolgsorientierten Partnerschaft; auch wenn die GEZ sich kaum um stärkere Kundenbeziehungen bemühen muss, da dies von den Kunden einfach gar nicht erwünscht ist, so sollte zumindest die Pflege der Kundendaten ordentlich gehandhabt werden. Nur wer seine Kunden kennt, kann sie richtig ansprechen.

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